Heimliche Leidenschaft
Warum schreibt man Liebe mit „langem i“?
Damit das Wort länger erklingt?
Weil Liebe länger andauern soll?
Weil „ Libe “ sehr hart tönt und Liebe doch viel sanfter sein soll?
Weil L iebe I mmer und E wig B is zum E nde anhalten soll!
Männerdomäne
Es war nicht gestern, auch nicht heut',
sondern vor sehr langer Zeit,
da war, so lautet Gottes Plan,
die Frau dem Manne untertan.
Zu dienen Tag für Tag und nicht
zu wiedersprechen galt als Pflicht.
Doch dieses Dienen passt den Damen
im Lauf' der Zeit nicht in den Rahmen.
So schmiedeten sie ernste Pläne
einzudringen in männliche Domäne,
Tischler, Schneider, Pfarramtsleiter,
Mechaniker und auch Gefreiter,
Gerichtsvollzieher, Rechtsanwalt,
Direktra einer Strafanstalt,
Manager, Chefarzt und Schofför,
Professor, Richter und Frisör.
Weit haben wir's bis jetzt gebracht.
Die Frau besitzt die ganze Macht.
Doch eines kann sie nie uns nehmen,
ob in Wien, Paris oder in Bremen,
an Bäumen, Mauern und in Winkeln
können nur wir Männer im Stehen pinkeln.
Todeshauch umweht das Haus,
Besucher gehen ein und aus,
ein lieber Gruß, ein letztes Wort,
ein Händedruck, schon ist man fort.
Die Augen blicken halb gebrochen,
so vieles bleibt noch ungesprochen.
Das Warten auf den Sensenmann
macht den Tag unendlich lang,
bewegungslos dahinzudösen,
kein Radio, Fernseh'n oder Lesen,
hingedrängt zum Lebensrand
erhofft man sich des Todes Hand.
“Ich will dich sehen, will dich spüren,
lass mich gern ins Jenseits führen,
komm doch schnell mit eins, zwei, drei,
geh nicht an meinem Haus vorbei.
Unerträglich sind die Schmerzen,
hart der Gram in meinem Herzen,
könnt' ich nur die Hände falten,
es ist kaum mehr auszuhalten.
Wie ersehne ich den Tag,
an welchem die Erlösung naht,
ich schließe meine Augen zu,
genieße meine ew'ge Ruh'“.