FARGO - Back home
ALTERNATIVE MUSIC AT ITS BEST
Fr., Sa. und vor jedem Feiertag; 20:00 - 4:00; Horitschon / Burgenland; Tel.: 02612 435 36 oder 0664 151 38 77
FARGO Newsletter - lebensnotwendig,amüsant und informativ, direkt auf Deinem Computer

Radiohead
Kid A
* * * * (ca. November 00)
Alle Reviews: A bis H

Alle Reviews: I bis Z
Wertung:
von * katastrophal
bis * * * * * * genial

Was können erfolgreiche Musiker tun, um ihre Fans vor den Kopf zu stoßen. Flegelhaftes Benehmen hilft da gar nicht, das weiß man aus 50jähriger Rockgeschichte. Völlige Medienverweigerung, hilft ein bißchen, aber wie man anhand des andauernden Erfolges von Pearl Jam oder auch Belle & Sebastian sehen kann, nicht viel. Bühnenabstinenz hilft auch nicht wirklich, das bewiesen schon The Beatles selig. Was aber immer hilft, ist ein radikaler Stilwechsel. Wenn also dem gemeinen Fan nichts mehr von dem Vorgesetzt wird was ihn zum Fan gemacht hat. Das funktioniert immer. Außer bei Radiohead. Die sind in dieser Hinsicht kläglich gescheitert. Irgendetwas stimmt mit deren Fans nicht. Da findet diese Band, nachdem sie Anfangs eine Mischung aus U2 und Grunge bot, ihren eigenen, unverwechselbaren Stil. Krönt diese Phase 1997 mit dem Meister Album O.K. Computer und sieht in der Folge gelassen zu, wie sich fast der ganze britische und der halbe nordeuropäische Nachwuchs an diesem Meisterwerk orientiert. Viele, wie Muse und Travis etwa, mit Erfolg. Und nun, da wirklich jeder weiß, wie schön, traurig und melodiös intelligenter Rock sein kann, schmeißen Radiohead die Melodien weg. Und das Markenzeichen der Band, Thom Yorks Gesangstimme entsorgen sie auch gleich und ersetzen sie durch, teilweise zur Unkenntlichkeit verzerrten, Gesang. Und der typische Gitarrensound muß zurücktreten (und damit auch 3 der 5 Bandmitglieder) und schwebenden, sich langsam breit machenden Orgeln Platz machen. Nummer Eins in den Charts ist der einigermaßen überraschende Dank dafür. Nicht in den britischen, das ist keine Überraschung, das ist Programm. In den amerikanischen. Der größte und höchst kommerzielle Markt der Musikwelt hievt Kid A an seine Spitze. 207000 Alben wurden allein in der ersten Woche verkauft. Mut, oder nennen wir es in diesem Fall Eigenbrötlerei, macht sich also bezahlt. Aber nur gepaart mit Talent. Und das haben Radiohead halt. Auch wenn nicht alles, was Kid A zu bieten hat, gelungen ist. So ist so manche elektronische Spielerei zwar ambitioniert, aber nicht inspiriert. Doch das wiederum ist typisch für Radiohead, denn noch keines ihrer Alben (außer O.K. Computer) war durchgehend gelungen, aber noch jedes enthielt gleich mehrere Höhepunkte. So auch hier - "Optimistics" und "Idioteque" lohnen die Nibelungenhafte Treue der Fans. (nick)

  (c) NICK ART
Optimiert für: 800/600