Reviews A bis H
Von Klaus "Nick" Wukovits, Bettina "bettre" Treiber, Alex Kornfeld, Heinz Fabsics, Petter Pürrer und Roman Buchta

Viele der Besprechungen erschienen im
Concerto Magazin, die meisten anderen in der
FARGO Times.

FARGO - hier gehts zur Übersicht

Die Kritiken sind alphabetisch, nach dem korrekten Wortlaut des Künstlernamens geordnet (nicht nach Nachnamen - d.h: Candy Dulfer ist unter C und nicht unter D zu finden. Zum Suchen eines bestimmten Namens kannst Du auch die Tastenkombination "Strg" und "F" drücken.
Hier gehts zu den Reviews I bis Z

Absolute Beginner
Bambule
Als die Beginner 1992 begannen war das Durchschnittsalter der Band 16 Jahre. Demnach waren die Hamburger 1996, beim Erscheinen ihres Debüts "Flashnizm (Stylopath)", um die 20. Die Platte bekam beste Kritiken, vom Spex sogar den Titel "bestes HipHop Album mit deutschen Raps ever...". Nun, die drei liegen bei 23 Jahren, erscheint Bambule und diesmal scheint auch die breite Masse auf sie aufmerksam zu werden. "Liebes Lied" jedenfalls plätschert sich langsam aber sicher zum Hit, "Geht was" und "Mikro in der Hand" haben ebenfalls Hitpotential. Die Zeit ist reif für die Beginner.
Die Beats der drei blubbern eher nur so dahin, zwecks Feeling greifen sie gerne auf Reggae zurück, nichts was besonders innovativ wäre. Die Stärke der Beginner liegt bei den Raps. Es ist bemerkenswert, wie die drei mit der deutschen Sprache umgehen, wie diese auf einmal überhaupt nicht sperrig ist. Sozialkritisch, witzig (wirklich witzig, nicht so peinlich wie Fettes Brot zuletzt), schlitzohrig und beachtlich schnell rollen die Reime. Beispiel aus "Geh bitte" gefällig:
"Deine Raps mach ich mit’m Po auf’m Klo
durch die Spülung hat das Ganze immer noch mehr Flow
Sowieso, denn deiner steht still, wie auf’m Abschlußfoto
Du bist für gute Musik, wie für die Beatles Yoko".
Hoho, das kann man von dem Hamburger Trio nicht behaupten. Immer locker vom Hocker, ich mag sie. Die ersten DeutschHopper die an Fanta 4 herankommen. Schlechtere Beats, dafür bessere Reime. (nick) * * * *

Amen
We Have Come For Your Parents
* * *
(bettre)

ASH
1977 (emv 9880866825)

Drei Bürschchen, keiner älter als zwanzig. Ausgehend von ihrer Heimat Nordirland fanden sie sich schon mit ihrer dritten Single auf Platz drei der britischen Charts und wie es scheint erobern sie demnächst den Rest der Welt. Im Stile von Terrorvision mischen sie Punk mit Brit-Pop und haben dabei jede Menge Spaß. Verzerrte Gitarren, föhliche Melodien und gegebenenfalls auch Fette Streicher-Sätze aus dem Computer, hauptsache es geht die Post ab. Jetzt ist es fix, die öde Generation X ist endlich abgedankt. Oder hat sich selbst dahingerafft.

The Base
Ducks And Diners

Base The
The End Of The 20th Century Depression

Norbert Wally und seine beiden Gefährten unterstreichen auch mit ihrer zweiten CD ihren Ausnahmestatus. Gleich mit dem Opener ist klar, daß das Grazer Trio nichts von seinen Qualitäten verloren hat. "One More Mind Gone" startet mit einem Riff wie es jungen Britpoppern gut zu Gesicht stehen würde und wechselt dann abrupt die Stimmung, plötzlich wird es düster. Faith No More goes Blur. "Empty Like MTV" ist ein fetziger Kracher, "Hi Hell" könnte genauso gut von den Tindersticks stammen und der folgende Titelsong ist The Base pur. Norbert mit Gänsehautstimme, eine midtempo Nummer mit großem Finale krönt und beschließt aber auch das Werk.
Womit wir beim Problem der CD sind - vier Songs sind eindeutige zuwenig. Die Welt braucht von The Base nicht knapp 15 sondern 75 Minuten, mindestens.

Beck
Mutations

Beck Hansen ist die Hoffnung der Rockmusik. Er ist ein genialer Songwriter, er ist ein Suchender, konfrontiert sich und seine Hörer immer wieder mit neuem. Und er ist doch auch verbunden mit seinen Wurzeln - dem Folk. Diesem hat er sich nun voll zugewandt, keine Gimmicks diesmal, keine Samples, keinen HipHop. Just pur music. Die ist zwar wieder meisterlich, doch wäre mir ein derart abenteuerliches Projekt wie das Vorgängeralbum "Odelay" lieber gewesen. (wukl) * * *

Belle & Sebastian
Tigermilk
Die fast schon hoffnungslose Suche und das lange Warten hat nun endlich ein Ende. Bei diesem Album handelt es sich nämlich nicht um eine Neu-Produktion, "Tigermilk" ist die mysteriöse Debütplatte der Schottischen Gitarrenband "Belle & Sebastian", um die in Insider-Kreisen eine Menge Gerüchte kursieren. Tatsache ist, daß das Album als Abschlußarbeit eines Schulprojekts von Band-Frontman Stuart Murdoch im Jahr 1996 entstand und vorerst auf 1000 Vinyl-Stück limitiert erschien. Seine Mitmusiker dafür suchten sich Murdoch und Isabelle Campbell eher zufällig in einem Kaffee in Glasgow an einem Tag zusammen. Nach dem Erfolg der beiden Folgealben "If You’re Feeling Sinister" (1997) und "The Boy With The Arab Strap" (1998) und einigen EP’s wurde "Tigermilk" zum begehrten Sammlerstück, für das man schon einige Tausend Schilling hinlegen mußte. Um diesen Schwarzmarkt zu unterbinden, entschlossen sich Band und Plattenfirma Jeepster zur Wieder-Veröffentlichung.
Unser Glück, denn es wäre wohl einem Verbrechen gleichgekommen, diese Musik der Öffentlichkeit vorzuenthalten. 10 für B&S ungewohnt flotte, rockige Songs, die mit ihrer Melancholie The Smiths und Nick Drake vereinen zu scheinen, dabei jedoch nie hoffnungslos oder schwermütig wirken. Und davon kann man heute wohl nicht genug kriegen. "Do something pretty while you can, don’t fall asleep, skating a pirouette on ice is cool (...)". Danke. Das wußten wir auch noch nicht.
(Peter) * * * * * *

Ben Folds Five / The Unauthorized Biography Of Reinhold Messner
Die Band stammt aus Norh Carolina, keines der Mitglieder klettert auf Berge und würde sich auch nur ein bißchen für solche Menschen die das tun, interessieren. Weder Sauerstoffarme Besteigungen, noch Begegnungen mit haarigen Schneemenschen sind ihnen ein Begriff, noch weniger natürlich der lispelnde Protagonist dieser und vieler anderer Abenteuer. Warum schreiben sie dann seine Biographie? Reiner Zufall. Zur ihrer Schulzeit verwendeten sie diesen Namen, den sie für einen Phantasienamen hielten, für ihre gefälschten Identitätsausweise. "We liked it, because it had an exotic ring;...". Nun weiß Ben Fold um Messner und seine Taten und dankt ihm im Booklet für die kostenlose Überlassung des Markennamens: "Thanks to Reinhold Messner for being a hero, and now a good sport".
So eigenartig wie der Titel, ist auch die Musik des 2. Albums der Band. Schon der 1. Song läßt ahnen, daß da etwas beunruhigend anders ist als sonst. "Narcolepsy" klingt wie ein Stück aus einem Andrew Lloyd Webber Musical, gespielt von einem vollkommen bekifften Orchester. Ähnlich "Don't Change Your Plans". Taumelnde Streicher, ein schunkelndes Piano, Ben Fold singt dazu mit einer Stimme, die an Chris De Burgh erinnert. Weder schreckt er vor einem ausgedehnten "La, la, laa" ("Magie") zurück, noch vor einem satten Blasorchester ("Army"). Und was allen Songs gleicht, es gibt keine Gitarren. Ben Folds Five ist ein Trio(!) das Klavier, Schlagzeug und Baß spielt und so automatisch schon anders klingt als andere Rockbands. Schönes Songwriting, skurril-traurige Geschichten, ein gutes und eigentümliches Werk, das die drei Südstaatler da ablieferten und das absolut empfehlenswert ist. (nick) * * * * *

Bill Evans / Touch
"Alle Musiker, die bei Touch mitgewirkt haben, sind gute Freunde von mir, das macht das Ganze sehr einfach. Roney Wallace wohnt in der Nähe von mir, Lee Ritenour war in den letzten 10 Jahren schon oft zu Gast bei mir, den brauch ich nur anzurufen, Victor Bailey ein Kumpel von mir." Bill Evans rief also seine Freunde an, ging mit ihnen ins Studio und präsentiert nun ein Album, das - im Gegensatz zu Bill's letzten drei Solowerken - mit HipHop nichts mehr am Hut hat. Zeitlose Melodien und Songs wollte der Saxpophonmeister komponieren, und so kommt es, daß sich auf Touch auch einige wirklich schöne Melodien finden, alles in allem sich aber etwas zuviel Gemütlichkeit breitmacht. Etwas mehr Funk hätte dem Album gutgetan. (nick) * * *

Björk
Homogenic
Polygram (31453 917 82)
* * * * *

Schon beinahe inflationär ist die Bezeichnung Eisprinzessin für das isländische Wunderkind Björk Gudmundsdottir. Und doch paßt keine Beschreibung besser auf sie und ihre Musik als diese. Fantastische Soundgebilde türmen sich wie Eisberge auf, und über ihnen schwebt, feengleich, Björks märchenhafter Gesang. Homogenic ist kein Album zum nebenbei hören. Homogenic ist ein Album das die ganze Aufmerksamkeit des Hörers auf sich zieht, daß man hört und alles rundherum vergißt. Oder, das wäre auch möglich, daß man schon nach dem ersten Song abdreht. Geschmäcker sind verschieden, und Björks Musik ist nicht für jedermann ein Genuß. Das war sie aber nie, und wer die Vorgänger liebte (Debut, Post und Telegram) wird auch Homogenic lieben.
Angefangen von "Hunter" welches etwas an ihren Hit "Human Behaviour" erinnert, bis zu "All Is Full Of Love", ein Duett von Björk mit Björk, das den wunderbaren Abschluß und einen Höhepunkt des Albums bedeutet. Inzwischen liegt die ganze Bandbreite von Björks Galaxie. Drum´n´Bass, TripHop, prominente DJs (Howie B, Mike Bell), Balladen und Techno und nicht zuletzt das Icelandic String Octet.
(wukl)

Black Crows
Three Snakes And One Charm (BMG Ariola 4321384842)

"Amorica", das 94er Werk der Crowes war ein gewaltiges Rock-Ereignis, das die gesamte Branche zutiefst beeindruckte. Die Band selbst offensichtlich auch, so daß der Nachfolger zur Kopie geriet. Southern-Rock, Slidegitarren, schwere 60er-Rock-Anleihen (Sly Stone und Freunde lassen grüßen) und die rauhe Stimme von Sänger Chris Robinsons prägen den Sound der Band aus Atlanta. Sind The Black Crowes in Sachen Retro-Rock nach wie vor stilprägend, so mußten sie gegenüber ihrem letzten Album eben doch Federn lassen. Gezungenermaßen vielleicht. Wuchtig und gut ist Three Snakes And One Charm aber noch allemal, und für gestandene Rocker selbstverständlich ein Pflichtkauf.
(wukl) * * * *

Blondie
No Exit
Im Herbst '98 wurden die Gerüchte lauter, daß Deborah Harry ihre ehemalige Band Blondie wiederbeleben möchte und daß die Truppe im Studio an einer neuen Platte arbeitet. Aha, also eine weitere Band, die im Zuge des 80er Rivivals noch einmal schnelle Kohle machen will. Sind Culture Club, Human League und wie diese Peinlichkeiten alle heißen nicht schon genug? Wobei im Gegensatz zu allen anderen Ausgrabungen Blondie, die sich nach bandinternen Streitigkeiten 1982 getrennt hatten, nie ganz vergessen waren. "Heart Of Glas", "Sunday Girl", "The Tide Is High", oder "Denis" fehlen nach wie vor auf keiner anständigen Party. Zu recht. Und ich gebe an dieser Stelle auch gerne zu, daß anno 1978 meine Traumfrau Deborah Harry aufs Haar geglichen hat. Bekanntlich rostet ja alte Liebe nicht, doch einer Blondie-Wiedervereinigung stand ich sehr skeptisch gegenüber.
Und jetzt das. Von 0 auf Platz 1 in den britischen Charts. Wie immer waren die Engländer schneller als der Rest Europas, doch der zieht soeben nach. Man faßt es nicht, auch Ö3 spielt Blondies erste Single "Maria" auf Powerplay (in den letzten 5 Jahren könnte ich mich nicht erinnern, jemals einen Blondie-Song gehört zu haben. Doch das ist eine andere Geschichte), ein sensationelles Comeback der 53jährigen Sängerin und ihrer Band zeichnet sich ab.
Wobei "Exit" um Klassen besser ist als befürchtet, richtig gut ist das Album aber nicht. Deborah Harry ist nach wie vor gut bei Stimme, die Songs die wieder zum größten Teil aus der Feder von Chris Stein stammen sind "catchy", gehen ins Ohr, sind aber doch recht seicht. Einzig das eingängige "Maria", das lässig dahinrollende "Happy Dog" und die zwei besten Songs des Albums "The Dream's Lost On Me" und "Divine" erinnern an alte Qualitäten.
Bei dem swingenden "Boom Boom In The Zoom Room" erinnert Deborah sich an die letzten Jahre, die sie mit den Jazz Passengers verbracht hat (meines Wissens war sie mit dieser Formation 2 mal in Österreich), "Dig Up The Conje" ist Afro beeinflußt und "Sreaming Skin" ist ein Ska in "The Tide Is High" Manier.
Wirklich peinlich ist der Titelsong "No Exit" mit Gangsta Coolio und auch "Double Take" mit Sax-Lady Candy Dulfer ist zu vergessen.
Macht alles in allen ein paar gute, ein paar mittelmäßige und ein paar schlechte Songs. Macht bei der Punktvergabe, plus einem Sympathie Bonus (nick) * * * *

Blur
13
Das Rennen um die Krone des Britpops ist entschieden. Blur überlassen Oasis kampflos den Thron und wenden sich anderen, wichtigeren Dingen zu. In ihrem zehnjährigen Bestandsjubiläum legen sie mit 13 ihr sechstes, reifstes und bestes Album vor. Damon Albarn und seine drei Kollegen haben gewagt und gewonnen. Sie sagten ihrem Langzeitproduzenten Stephen Street Lebewohl und holten mit William Orbit einen Soundtüftler (berühmt durch Madonnas Ray Of Light Meisterwerk) ins Studio, der das Quartett zu neuen, experimentellen Gefilden entführte.
13 ist ein Konzeptalbum, das mit dem 7minütigen Geniestreich "Tender" eröffnet wird, sich schon beim nächsten Song, "Bugman", in chaotischem Zahnarztbohrergepfeife verliert und mit dem folgenden "Coffee & TV" das Chaos wieder auflöst. "Swamp Song" ist ein flehender, psychedeliclastiger Pop, "1992" wieder ruhiger. Und da haben wir erst 5 der 13 Songs hinter uns. 13 verlangt in einem Guß gehört zu werden, Blur und Orbit nehmen den wohlwollenden Hörer bei der Hand, entführen ihn zu zerbrochenen Liebschaften (Damons Trennung von Elasticas Justin Frischmann hinterließ eindeutig ihre Spuren), lassen ihn in Williams Sound-Orbit herumirren, ziehen ihn wieder aus dem Sumpf und lassen ihn verwirrt aber auch verzaubert zurück. Was bleibt dem so durch die Mangel gedrehten Hörer anderes übrig als noch einmal von vorn zu beginnen. Und noch einmal, und noch einmal. (nick) * * * * *

BS 2000
Simply Mortified

Busta Rhymes
Extingtion Level Event

Der Chaot der HipHop Szene präsentiert sein neues Album. Man legt es auf, wartet, nichts passiert, weder explodiert der CD Player noch verabschieden sich die Lautsprecher. Dafür verspricht er uns, einem Schreckens-Prediger gleich, den Weltuntergang mit allem was dazugehört. Nuklearer Holocaust, blutrünstige Cyborgs werden unsere Erde in einen Feuerball aus Tod und Zerstörung verwandeln. Wann? Na wann schon, der Titel dieser gesprochenen Vision raubt uns die letzte Hoffnung - "There Is Only One Year Left".
Der New Yorker Rapper ist einer der kreativsten der Ostszene. Seit seinem Debüt 1990 hantelt, kriecht und zappelt er beständig die Erfolgsleiter nach oben.
Um an deren Spitze noch länger bleiben zu können, sucht sich der Mann mit dem großen Maul illustre Partner. Für die eher sanftmütige Fangruppe tritt er mit Black Queen Janet Jackson vors Mikro, raus kommt aber ein Langeweiler. Dafür ist das Duett für die Hardcore-Fraktion eine Sensation. Ähnlich wie Puff Daddy, der sich bei seinem Godzillasong "Come With Me" eines Led Zeppelin Klassikers annahm und sich dabei von Jimmy Page unterstützen ließ, covert Busta Rhymes einen Hit von Black Sabbath - "This Means War" - und holt sich für den Refrain deren Sänger. Ozzy Osbourne und Busta Rhymes, wer zwischen die beiden gerät fühlt sich wie im Zentrum eines Tornados. E.L.E. hat seine Längen, wirkt manchmal etwas aufgesetzt und ist nicht immer so originell wie Busta uns glauben machen will, aber "This Means War" ist ein Knüller.
Wenn schon die letzten 365 Tage unseres Planeten angebrochen sind, dann haben wir wenigstens noch ein bißchen Freude daran. (nick) * * * *

Café Duo
Double Blend

Candy Dulfer
For The Love Of You
*
BMG 74321 468622

Da haben wir den Salat. Einst wurde die süße Candy von uns allen zum neuen Saxophonstar hochgejubelt, sie hatte alle wichtigen Attribute aufzuweisen und sogar noch mehr. Denn endlich konnten wir uns dem Wortspiel Sax/Sex lustvoll hingeben. Funky war sie, jazzy und eben sa(e)xy. Super.
Alles vorbei. Am neuen Cover zeigt die Holländerin sich nicht mehr so leicht bekleidet wie auf den Vorgängern, nun präsentiert sie sich wie ein braves Pop-Sternchen. Sie meinen das Cover sollte uns wurscht sein, sollte es auch, aber es gibt noch allemal mehr her als die Musik, die es verhüllt. Faserschmeichler-Jazz der mit allzuviel Weichspüler behandelt wurde, abgestimmt, wie mir scheint, auf Whitney Houston Fans. Funky Stuff für den Einkaufsbummel.
Was besonders weh tut, Candy läßt ihr großes Können immer wieder aufblitzen, doch immer wenn man meint, jetzt geht’s los, wird die Bremse angezogen, der Hobel angesetzt, oder was weiß ich was alles getan wird, um nur ja keine Freude aufkommen zu lassen. Was bleibt, ist zu hoffen, daß sie wenigstens live mehr Feuer entwickelt, oder man zieht sich gleich ihren Herren Papa rein. Der alte Hans ist zwar bei weitem nicht so hübsch, aber "Sax" hat er wenigstens. (wukl)

Cardigans The
Gran Turismo

Der Film "Romeo Und Julia" und der 1996 angesagte Easy Listening Trend halfen den fünf Schweden auf die Sprünge. Über den Film schaffte es die Single Lovefull in die Charts und das Album "First Band On The Moon" folgte als astreines Easy Listening Produkt. Nicht zu verachten ist natürlich auch der Anteil von Cardigans Frontfrau Nina Persson, die man getrost als eine der hübschesten Frauen der Popmusik bezeichnen kann. Nun haben sie und ihre vier männlichen Kollegen die Schwermut entdeckt. Was schade ist. Vorbei mit den zuckersüßen Popsongs, stattdessen findet man auf Gran Turismo Langweiler zuhauf. Da helfen auch die härteren Töne, die die Cardigans diesmal anschlagen, nichts. Die aktuelle Hitsingle "My Favorite Game" ist eine kleine Ausnahme, doch Songs dieser Qualität findet man nur wenige auf diesem Album. (wukl) * * *

Catatonia - International Velvet
Nachdem das Debüt der walisischen Band "Way Beyond Blue" (1995) von der breiten Öffentlichkeit eher unbemerkt blieb, wird "International Velvet" nun auch auf MTV gespielt. In einem engen, rauchigen Lokal auf fast ebenerdiger Bühne singt sich eine blonde Cerys Matthews die Stimme aus dem Leib. Mit "Mulder And Scully" ist der Band ein Ohrwurm gelungen, sie stehen vor dem Durchbruch und nehmen die beiden Top­Agenten der "ungelösten Fälle" ­ ohne die das FBI armselig darstehen würde ­ kräftig auf die Schaufel.
Prägend für Catatonia ist die Stimme; Björk erinnert sich an Zeiten vor Drum'n'Bass, kurz sieht die verletzt­abgeklärte PJ Harvey vorbei. Dazu kommen Melodien, die gleich zum Mitsingen animieren, schön dann wieder aggressiv, breite Gitarrenarrangements aber auch knarrige Passagen, trockenes Schlagzeug, manchmal fast zu liebliche Backing Vocals.
"I am the mob" und "Road Rage" ­ wütend verhaltene Verzweiflung wunderbar in einem Popsong gebannt ­ sind neben "Mulder And Scully" die Reißer des Albums. Doch auch an den Rand des Schlager­Kitches wird sich herangewagt: "Johnny Come Lately" zeigt Ironie pur. "Deffwch Cymry cysglyd gwlad y gân". Nein, das sind keine Tippfehler. Catatonia danken ihrem Lord, daß sie Welsh sind. Und singen die Strophen des Titelsongs in ihrer Muttersprache. Oder vielleicht sind sie doch nur ein wenig fernsehgeschädigt "I'll be your Baba Papa"?
Alles in allem: Sehr britische Popperlen und emotionale Punksongs mit passendem Pathos, dazu schnoddrige Texte mit Kraft. * * * * (bettre)

Catatonia / Equally Cursed And Blessed
Nun, in der Post Britpop Phase hat man in England seine Liebe zu einfach schönen Popsongs wiederentdeckt, wie die jüngsten Erfolge von Robbie Wiliams und den Manic Street Preachers eindringlich beweisen. Wer's auf der Insel etwas anspruchsvoller will, dem gefallen halt Radiohead und Belle & Sebastian. Und wer weder noch will, der hat Catatonia.
Cerys Matthews ist Gesicht und Stimme dieser Waliser Band, die nun, nachdem ihr letztes Album "International Velvet" und der Singlehit "Mulder And Scully" auf der gesamten Insel zu Bestsellern wurden, den Rest der Welt erobern möchte. Doch die Sache hat einen Haken, Cerys als skandalträchtiges Aushängeschild mit Hang zu schwerem Alkoholkonsum (was auch ihrer brüchigen Stimme anzuhören ist) sorgt zwar mehr denn je für Schlagzeilen, allein, die Qualität der Musik fehlt diesmal. Manchmal. Manchmal ist sie hochklassig, wie bei "Dead From The Waist Down" etwa. Der Song kann alles. Radiohead meets Marianne Faithfull. In eine ähnlich Kerbe schlägt "Shoot The Messenger". Doch allzuviele Lieder sind einfach nur Platzfüller, haben nichts, was sie hörenswert machen würde. "Storm The Palace" zum Beispiel bezieht sich nicht nur im Text an vergangene, anarchische Punkzeiten, sondern versucht sich auch im Stil an The Clash. Und scheitert kläglich. So hinterläßt die Platte den Hörer im Zwiespalt. Als Lösung schlage ich vor, mittels Programmtaste alle schlechten Langeweiler zu verbannen und sich dafür den Rest zweimal anzuhören. Je nach Geschmack bleiben dann 5 oder 6 Songs. Wie das die Catatonia Fans in England handhaben, weiß ich nicht, dort jedenfalls belegte das Album wochenlang Platz Eins. (nick) * * *

 Chemical Brothers (The)
Surrender

Endlich werden die seit den 80er Jahren beinahe in Vergessenheit geratenen und mittlerweile von einer Staubschicht überzogenen Roboter-Maschinen aus den Rumpelkammern geholt und zu neuem Leben erweckt. Nein, nicht von Kraftwerk ist hier die Rede, sondern die Chemical Brothers zollen mit Track 1 ihres neuen Albums "Surrender" den Elektropop-Vorreitern der 80er Jahre ihren verdienten Tribut. Nun, die "Block Rockin' Beats" scheinen vorbei zu sein, statt dessen macht sich feiner Elektronik-Pop breit. Für die spannende Abwechslung sorgen faszinierende Geräusche, die einem abwechselnd von links und rechts um die Ohren fegen, alles vergessen und in andere Galaxien eintauchen lassen. Ja der Sound ist teilweise dermaßen dicht, daß sich sogar meine schon etwas veralteten Kopfhörer merkbar überfordert fühlen.
Weniger beeindrucken die Chemical Brothers, wenn sie sich bekannte Namen aus der Rockbranche zur Unterstützung holen. Eine Unterstützung, die sie keinesfalls notwendig hätten. "Let Forever Be", gesungen von Noel Gallagher, nervt schon beim erstmaligen hören und klingt wie eine remixte Oasis-Nummer. An die Qualitäten des alten Chemical Brothers / Gallagher Hits "Settin Sun", kommt der Song bei weitem nicht heran.
"Asleep From Day" (Hope Sandoval/Mazzy Star) und "Dream On" (Jonathan Donahue/Mercury Rev) sind zwar schöne Songs, passen aber irgendwie nicht auf das Album. Dafür entschädigen jedoch die genialen 8 Minuten-Instrumental-Tracks, mit deren Hilfe so manche chemische Reaktion ohne komplizierte Formeln erklärbar wäre. (peter) * * * * *

Christoph & Lollo
Mehr Schispringerlieder

Coldplay
Parachutes
CRANBERRIES The
To The Faithful Departed

Creed
My own prison
Neu, ist die Band. Nicht ganz so neu hingegen der Sound. Grunge wie wir ihn kennen und lieben. Alles irgendwie schon einmal dagewesen. Wir erinnern uns: Nirvana, Pearl Jam, Candlebox,...usw.. Seattle war damals das Mekka dieser Szene. Creed hingegen kommen aus Florida und wollen nicht nur aus diesem Grund ein bißchen anders sein. Nicht die Musik sondern die Texte sollen den kleinen Unterschied machen. Und siehe da, bei genauerem Studium derselben stößt man auf sehr religiöse Inhalte (creed [kri:d] = Glaubensbekenntnis), die aber nicht von störenden Einfluß sind, da das Gesungene ohnehin nur sehr schwer zu verstehen ist.
Die Texte sind aber auch schon der einzige Unterschied zum Seattle-Grunge. Sonst blieb alles beim Alten. Reißende Gitarren, eindringlich theatralischer Gesang und das alles bitte möglichst laut. Creed haben gut aufgepaßt und zelebrieren auf sehr würdige und reife Art was im Nordosten der Vereinigten Staaten einst seinen Ausgang nahm. Der Opener "Torn" und der Titeltrack "My Own Prison" glänzen durch "gesunde" Härte. Die europäische Singleauskoppelung "What’s This Life For","Pity For A Dime" oder mein persönlicher Favorit "One" zeigen, daß diese Stilrichtung auch mit ruhigeren, einfühlsamen Klängen aufwarten kann.
Den Grunge haben die vier US-Boys mit ihrem Debutalbum zwar nicht neu erfunden, dafür aber aufgezeigt das diese totgeglaubte Stilrichtung noch immer kräftige Lebenszeichen von sich geben kann. Amen. (Alex) * * * * *

Crunk
TH&
* * * *
Klonk Records
Vertrieb: Eigenvertrieb - http//www.crunk-music.com
oder: klonk@crunk-music.com

Trotz ihres Namens, die Burschen aus Eisenstadt erfreuen sich bester Gesundheit. Wenn es wo krankt, dann daran, daß diese Band sträflich unbekannt ist. Doch das wird sich hoffentlich ändern. Mit einem originellen Stilmix zwischen Grunge, Folk und Reggae haben wir mit Crunk eine weitere burgenländische Band, die das Zeug zu größeren Weihen hätte. Gute Songs, ansprechend instrumentiert, woran es noch "krankt", ist die Tonqualität der Aufnahmen. Doch das hinzukriegen ist vor allem eine Geldfrage. Da Crunk bis dato auch noch keinen Vertrieb gefunden haben, vertreiben die Burschen ihre Scheibe kurzerhand selbst. Jeder mit Internetzugang kann sich auch gleich Soundbespiele von der ausgezeichneten Homepage runterladen und natürlich auch gleich bestellen. Damit beweisen die Burschen, daß nicht nur ihre Musik sondern auch ihr Geschäftssinn innovativ ist. Weiter so! (nick)

CURE (The)
Wild Mood Swings (PolyGram 31453 17932)
Viel außerordentliches hat ja die musikalische Dürreperiode der 80er nicht hervorgebracht. The Cure gehören aber auf jeden Fall dazu. Wehleidige Jammer-Songs, traurig-schöne Balladen, bissiger Pop, The Cure haben viel Gutes hervorgebracht. Diesmal gibt’s aber ein Problem, Robert Smith trägt zwar immer noch Lippenstift im bleichen Gesicht, hat aber, nach eigener Aussage, 1995 als das glücklichste Jahr seines Lebens verbracht. Schön für ihn, schlecht für uns. Denn am besten ist er immer noch als Jammerlappen. Traurig und voller Selbstmittleid. So kommt es das Wild Mood Swings zwar recht nett ist, manchmal auch wirklich schöne Momente hat (Jupiter Crash) jedoch von einstigen Meisterwerken tausend Freudensprünge weit entfernt ist.

Dave Matthews Band
Live At The Red Rocks
Nach den beiden formidablen Alben "Under The Table And Dreaming" (Award der Musikakademie ´96) und "Crash" (Top Ten Plazierung der Billboard Charts) kam nun die dritte Veröffentlichung in Form eines Doppelalbums auf den Markt.
Es handelt sich um einen Live-Mitschnitt, der einen Querschnitt des künstlerischen Schaffens der Dave Matthews Band darstellt. Die Band nahm bei diesem Konzert im Jahre 1995 bereits fünf Nummern von dem erst ein Jahr später erscheinendem Album Crash vorweg und präsentierte eine eigenwillige Version von "All Along The Watchtower". Nach einem langen, etwas seichten Intro erklingt zum ersten Mal eine Stimme, und man ist versucht zu glauben, Eddie Vedder (Pearl Jam) gäbe hier einen Gastauftritt. Tatsächlich aber handelt es sich um die ebenso charismatisch wie wohlklingende Stimme von Dave Matthews. Mit "Satellite" stellt sich dann auch schon der erste Höhepunkt dieses Albums ein. "Two Step" oder "Drive" stehen stellvertretend für die rockigere Seite dieser Band. Deren Stil läßt sich mit Folk, Rock und Jazz nur annähernd beschreiben, vielmehr ist es eine wunderbare Symbiose all dieser Stilrichtungen. Allmählich sich steigernde Spannung und herzergreifende Refrains sind ein weiteres Kennzeichen. Dieses Doppelalbum bietet somit allen Musikliebhabern und (zwangsweise) zukünftigen DMB-Fans einiges. Vorsicht Suchtgefahr, aber was soll´s "life is short but sweet for certain", wie uns Dave Matthews versichert. (Alex)

dEUS

The Ideal Crash

dEUS ist ein belgisches Konglomerat aus genialen jungen Musikern, die in wechselnder Besetzung rund um den Leader und Sänger Tom Barman nun seit 1990 drei offizielle Alben (einschließlich diesem) veröffentlicht haben, die unterschiedlicher nicht klingen könnten. dEUS galten und gelten dabei seit ihrem Debütalbum als Geheimtip unter Musikliebhabern, die abseits des 08/15-Pop Zuflucht suchen. Das sind die Facts. Aber nun zu etwas ganz anderem, der Musik. Musik? Das ist nur ein Wort, und wird dem was hier geboten wird aufgrund seiner überbeanspruchten und mannigfaltigen Bedeutung allein nicht gerecht. Es ist mehr, nein es ist vielmehr. Vielmehr das was man sich als Musik-Freak nach all dem Schwachsinn der produziert, gespielt (Dank Ö3 & Co), gehört und gekauft wird, gewünscht und erträumt, aber nicht erwartet hat. Auf diesem Album werden Geschichten erzählt. Geschichten die schon ein jeder so oder in ähnlicher Form erlebt und empfunden hat. Jeder Song mimt dabei die Fortsetzung des Vorhergehenden, behält aber dennoch seine Individualität. "Instant Street" und Dream Sequence #1" sind sehr eindringliche, von tiefen inneren Gefühlen bewegte Balladen, die an Originalität nichts vermissen lassen. Beim Opener "Put The Freaks ..." oder dem Titeltrack "The Ideal Crash" schlägt man schon mal eine raschere Gangart ein. Alles in allem aber gibt es auf diesem Album keine Oustanding-Tracks, vielmehr handelt es sich bei The Ideal Crash um ein Outstanding-Album. Ein Album das man auf "Repeat" stellen und drei Wochen hintereinander hören kann, ohne irgendetwas zu vermissen. Kaufen! Hören!! Genießen!!!
(Alex) * * * * * *

DIE ÄRZTE
13
"Die beste Band der Welt" hat ein neues, Tralala - Album herausgebracht. 13 heißt es, und dies könnte auch bezeichnend für einen Freitag, den 13. in der deutschen Musikgeschichte sein. Die Band, die vorgibt Punkrock zu produzieren, und dies in früheren Tagen auch manchmal tat, hat sich nun auf Bravo Hits Niveau begeben.
Die Singleauskoppelung "Männer sind Schweine" sagt schon alles über das neue Album und das Trio aus Berlin aus. "Vetter" Farin und seine Mannen sollten mal wieder Urlaub machen. "Männer sind Schweine" ist die Antwort auf Schröders und Guildo Horn. Alberne deutsche Texte mit Pop aber ohne Pep zum Mitsingen, Schunkelstimmung à la "Moik wird Sechzig".
Doch nicht Moik, sondern Lara Croft - virtuelle Frauengestalt des Computerspielzeitalters - stand Bela B., Farin Urlaub und Rod Gonzalez als Videopartnerin gegenüber. Darüber ist der Schlagzeuger schlagartig halbseitig ergrünt, der Gitarrist errötet; beide betont jugendlich getrimmt nach 16jähriger Praxis.
Soviel ist aber gewiß: nach "Le Frisur" (1996), der letzten Peinlichkeit der Ärzte, haben sie nun wieder einen garantierten kommerziellen Erfolg gelandet, der, was die Verkaufszahlen betrifft, "Die Bestie in Menschengestalt" (1993) sogar noch übertreffen dürfte. Also wem interessiert da noch ihre Punk-Authentizität. Nicht nur Guildo, auch Die Ärzte haben uns lieb. * * (bettre)

Die Fantastischen Vier
Unplugged

DIE GOLDENEN ZITRONEN
Economy Class (ixthuluh 155 49-2)

Die versammelte deutsche Musikpresse liegt flach vor Die Sterne und ignoriert beflissentlich den Rest. Wie Die Goldenen Zitronen zum Beispiel. Diese Burschen haben sich schon vor Jahren von ihren einfachen, zu Punksongs umgemodelten Coverversionen verabschiedet, wobei ihr "Für Immer Punk" immer noch viele andere gleichartige Lieder in den Schatten stellt. Schon länger operieren sie nun schon mit schrägen Klängen, verzerrten Stimmen, übersteuerten Gitarren und mit oft sehr eindringlichen Texten. Bestes Beispiel dafür ist ihr "Das Bißchen Totschlag" von ihrem gleichnamigen letzten Album. Leider nerven diese Stilmittel aber auf die Dauer und deren Wirkung erlischt ziemlich schnell. Trotzdem, die Zitronen sind immer noch eine Band die einiges zu sagen hat.

DOG EAT DOG
Play Games (Sony 88762)

Who´s The King? Dog Eat Dog nicht mehr, die haben sich selbst enttrohnt. Lieferten sie mit ihrem "All Boro Kings"-Album ein Crossover-Meisterstück das mit den Super-Hits "Who´s The King?" und "No Fronts" zwei Chartbreaker enthielt und das die Band zu den MTV Music Award Gewinnern des Jahres 1995 machte, ist Play Games nur noch ein mittelmäßiger Abklatsch davon. Metal-Gitarren, Rap-Gesang und Ska-Einflüsse machen noch keine Hits. Und auch diverse Gäste wie Wu-Tang Clan´s RZA können da nur noch wenig ändern. Das Übel liegt am Songmaterial, das eben nur noch durchschnittlich ist. Ob das nun am Abgang des bisherigen Songschreibers Dan Nastasi liegt, oder am großen Leistungsdruck, den der Erfolg von All Boro Kings entstehen ließ, sei dahingestellt. Tatsache bleibt, daß die Könige nur noch Herzöge sind.

Eminem
The Slim Shady LP
Die Millionenstadt Detroit gibt wiedereinmal ein musikalisches Lebenszeichen von sich. Nach dem Achtungserfolg der düsteren Fun-Combo Insane Clown Posse ist es nun Eminem. Der weiße Rapper erhebt seine Heimatstadt nun endgültig zu einer weitern fixen Größe im permanenten Kräftemessen der bisherigen Kontrahenten NY versus LA.
Gleich zu Beginn findet sich der aktuelle Hit und absolute Kracher "My Name Is". Für die fetzigen Beats zeichnet vor allem ein Name verantwortlich: Dr. Dre. Der Altmeister, der zuletzt Snoop Dog hypte, köderte den Youngster nach einem Freestyle-Auftritt im Radio für sein eigenes Plattenlabel. Hilfreich griff er seinem jungen Kollegen bei der Produktion unter die Arme. Und Dr. Dre’s Regie sind auch einige weitere Höhepunkte zu verdanken (z.B.: "Guilty Consience", "Role Model"). Was Eminem positiv von anderen Rappern abhebt? Er verfällt nicht in stereotype Texte, die beliebig austauschbar wären, sondern verpackt seine Reime in tragik-komische Geschichten ("Bonnie & Clyde").
(heinz) * * * *

Erykah Badu
Mama's Gun

Everlast
Whitey Ford Sings The Blues
Es hat sich ausgesprungen für den ehemaligen Frontmann der weißen HipHop Band "House Of Pain". Deren größter Hit "Jump Around" läßt auch heute noch, jeden der etwas Rhythmus im Blut hat, nicht ruhig bleiben, doch für Erik Schrody alias Everlast sind keine großen Sprünge mehr drinnen. Acht Jahre und drei Alben "House Of Pain" forderten ihren Tribut und nun hat's der Mann am Herzen. Ein Herzinfarkt beendete unsanft und plötzlich seine Karriere und danach rechnete niemand mehr mit dem einstigen Herzeigemann des weißen HipHop. Nicht einmal er selbst.
Langer Einleitung kurzer Sinn, Everlast sprang dem Tod von der Schippe, ließ sich operieren, besann sich während seiner Genesung auf des Lebens wahre Werte und präsentiert nun, neben einer Narbe die über seinen halben Oberkörper geht, sein Comebackalbum.
"Ich bin älter geworden" sagt er in fast jedem Interview und meint damit wohl, daß er klüger, reifer und besonnener geworden ist. Everlast has the blues. Mit einer Mischung aus Soul, Blues und Old School HipHop singt der einstige Rapper übers überleben. Die Turntables ersetzt er Großteils durch seine Wanderklampfe und das Ergebnis läßt sich am ehesten mit der Arbeit von Beck vergleichen. Zum Entsetzen manch seiner einstigen Fans, schreckt Schrody weder vor Piano noch Cellobegleitung zurück, setzt diese Instrumente aber gekonnt und mit viel Soul ein. Höhepunkt des Albums: das programmatische "What's It's Like" das in den USA schon ein Hit ist (Platinstatus), und in Europa soeben einer wird. Mittelmäßig wird’s nur bei den HipHop Nummern, denen tut allzuviel Entspannung nicht gut. (nick) * * * * *

Falco
Verdammt wir leben noch
* *
BMG 743217-04992
Vertrieb BMG Ariola

Verdammt, Falco lebt nicht mehr, dafür aber versuchen seine Nachlaßverwalter auf des toten Popstars Kosten gut zu leben. Nachdem im letzten Winter das bisher - aufgepaßt - 9. Best Of Falco Album erschienen ist, macht man sich nun daran die Archiv-Schubladen auszuräumen. 10 bisher unveröffentlichte Songs, die zwischen 1987 und 1997 entstanden sind, wurden herausgekramt (2 Remixe gibt's als Zuckerl) und liegen nun fürs Weihnachtsgeschäft bereit. Leider bestätigt sich auch bei diesen Songs wieder, daß der Falke seit spätestens Mitte der 80er nichts mehr zu sagen hatte, und entsprechend irrelevant sind auch diese 10 "neuen".
Keine Offenbarungen also für durchschnittliche Musikhörer, für Falco-Fans allerdings kommt `Verdammt wir leben noch` einer Erscheinung gleich. Denn trotz aller Versuche sein Andenken, wenn schon nicht zu schänden, dann wenigstens zu verschandeln, Falco war und ist ein großer in der Geschichte des Pop. Seinem unsäglichen Denkmal am Zentralfriedhof zum Trotz. (nick)

Fatboy Slim
You’ve Come A Long Way, Baby

Er begann als Bassist bei den Housemartins, landete mit Beats International einen Bestseller, fand sich mit Freak Power in den Charts wieder und als Pizzaman belegte er wieder Spitzenplätze eben dort. Norman Cook hat einen langen Weg hinter sich, Baby. Der DJ und Producer wechselte in den Jahren die Künstlernamen und Projekttitel, auch die Stile, nur sein Stammplatz in den Charts blieb ihm immer erhalten.
Doch den Höhenflug den der Funk Soul Brother right about now ("Rockafeller Skank") antrat, übertrifft alle bisherigen Erfolge. Mit seiner jüngsten Reinkarnation Fatboy Slim hob er ab und ist "Fucking In Heaven", wie er diesen Song lang ständig wiederholt.
"Gangster Tripping", "Praise You", sowie die beiden schon erwähnten Songs sind nur ein paar Beispiele, wie treffend dieser Mann den Sound der ausgehenden 90er artikuliert.
Der Mann hat die fettesten Grooves, die sattesten Beats des Hier und Jetzt. Für den Moment sind Prodigy und der Rest der Breakbeat-Gemeinde vergessen. Was heute zählt, ist Fatboy Slim, was morgen kommt, weiß niemand. Nur eines ist gewiß, Norman Cook wird man wieder treffen - unter welchem Pseudonym auch immer. * * * * * (nick)

Fatboy Slim
Halway Between The Gutter And The Stars

Fear Factory
Obsolete
Mit bis dato noch nicht dagewesener Wucht und Radikalität vermitteln Fear Factory eine Mischung aus Metal und Elektronik. Für metalungeübte Ohren eröffnet sich da zunächst eine ganz neue Welt, die einen zunächst verstört, aber gleichzeitig auch zu interessieren beginnt. Das ganze hat schon starke Ähnlichkeit mit Life Of Agony oder Type O Negative, nur wird hier ein radikales Stück weiter gegangen.
Schlagzeug und Gitarren trashen um die Wette. Der Sänger schreit sich die Seele aus dem Leib daß es nur so eine Freude ist, um in einzelnen Passagen dann wieder sehr sphärisch und qausi erlösend zu klingen. Ständig präsent sind dabei elektronische Spielereien, die der ganzen Platte zudem noch eine ganz besondere Atmosphäre beisteuern.
Herausragend gut wissen "Resurrection" und "Descent" zu gefallen, sie sind gleichzeitig auch die Singleauskoppelungen von "Obsolete". Beendet wird das Album dann durch ein sehr düsteres und trauriges Schlußepos "Timelessness", das getragen durch Leadsängers Burton C. Bell´s eindringlich gleißende Stimme und sehr leise Hintergrundinstrumente den Schluß beschert, den man nach knapp 45 Minuten unsagbar wummernden und trashenden Klängen erwarten darf.
Diese Platte bietet also einiges für Liebhaber harter und intelligenter Klänge. Absolut nicht obsolete! (Alex) * * * *

FM 4 Soundselection 6
Compilation

Frank Black and The Catholics

Wenn Neil Young der Großvater des Grunge ist, dann ist Frank Black der Vater. Mindestens "Surfer Rosa", das genialste Album der Pixies, muß sich in jeder anständigen Gitarrensammlung finden, und gerade in letzter Zeit hört man immer wieder junge Bands die daraus fleißigst zitieren. Doch Pixies gibt es nur noch in der Retrospektive. Und deren Mastermind Frank Black hat sich anderen Dingen zugewandt. Den Katholiken. Scheinbar unerschöpflich ist der Fundus aus dem er seine Songs schöpft. Dynamische kleine Rockkracher die abziehen wie es nur bei gut eingespielten Bands funktioniert. Und das sind er und die Catholics. Obwohl diese zusammenarbeit erst neu ist wurde das Album gleich life im Studio eingespielt. Auf zwei Spuren aufgenommen und bei einem Independent Label veröffentlicht. Frank Black hat sich seiner alten Qualitäten besonnen. Des Songschreiben und des Gitarrespielens. The Man in Black is back. Pixiesfreunde jubelt. (wukl) * * * * *

Fun Lovin` Criminals
100% Colombian

Cool Down, Relax, entspann Dich und hör zu was die drei lustigen Gauner aus New York da für eine erholsame Melange zusammengebraut haben. Frei nach US 3: "Groovy, Jazzy, Funky HipHop". Ausgiebig bedienen sich die drei bei den großen Soulklassikern der 70er und daß sie mit "Love Unlimited" eine Hommage an Barry White geschrieben haben, kommt wohl nicht von ungefähr. Bei "Mini Bar Blues" greift seine Hoheit B.B. King himself in die Saiten, geborgt wird unter anderem bei Hall & Oates, aber auch bei Tom Petty.
Hatten sich FLC bei ihrem Debüt vor zwei Jahren noch mehr dem Spaß verschrieben, lassen sie es jetzt fast durchwegs ruhig angehen. Schwer zu sagen, was mir da besser gefällt, beide Alben sind erstklassig. Man darf schon jetzt auf`s nächste gespannt sein.
(wukl) * * * * *

Garbage
Version 2.0
Garbage sind hip. Nachdem das Debüt (Garbage) seit seiner Erscheinung vor 30 Monaten zum Dauerseller wurde, wartete die ganze Popindustrie auf das 2. Werk. Nun, sowohl die Medien als auch die Plattenbosse und Veranstalter können beruhigt sein. Die Band konnte dem Erwartungsdruck standhalten und lieferte eine perfekte Platte ab. Versetzt mit allem was das schottisch-amerikanische Quartett um Butsch Vig auszeichnet. Popsongs mit fetten Dancebeats ("When I Grow Up"). Zuckersüße Arrangements ("Medication"), Breakbeats ("Push It"). Und nichts klingt verkrampft, alles ist locker und easy arrangiert. Und Shirley Manson, sexy Sängerin und Garant für anzügliche Aussagen übe ihre Sexualpraktiken singt wie eine Mischung aus P.J. Harvey und Chrissie Hynde, will sagen - singt super. (wukl) * * * * *

Garish
Amoaurise Pur.

Genesis
Turn It On Again - The Hits
* * *
Virgin
Vertrieb: EMI
Über 100 Millionen verkaufte Tonträger machen Genesis salopp gesagt zu Pop-Dinos. Doch es gab auch Zeiten, da war die Band weniger als Hitfabrik denn als Artrock Ensemble bekannt. Doch diese Zeiten endeten 1975 mit Gabriels Ausstieg und Phil Collins Wechsel zum Mikrophon. Danach kamen die Hits. Danach stieg auch Phil Collins aus und wurde 1997 durch den Ex-Stiltskin Sänger Ray Wilson ersetzt. Danach kam die Durchschnittlichkeit.
Da aber diese Compilation schon in ihrem Namen vorgibt Hits zu beinhalten, ist es wenig verwunderlich, daß der Großteil, nämlich 15 der 18 Songs, der Post-Gabriel und Pre-Wilson Phase entstammt. Also allesamt gut abgehangene und zumeist sattgehörte Hits aus den Jahren '78 bis '91. Ausnahmen sind: "Congo" vom 97er "Calling All Stations", "I Know What I Like (In Your Wardrobe)" aus dem Jahr 1973 und "Carpet Crawlers". Letzteres, das im Original auf dem 74er Genesis Klassiker "The Lamb Lies Down On Broadway" zu finden war, wurde sogar neu eingespielt. Nämlich - und jetzt bitte Luft anhalten - von allen fünf original Genesis Mitgliedern. Produziert und in modernes Soundgewand gepreßt wurde das Stück von Trevor Horn. (nick)

Glow / Superclass
Was ist los mit den Deutschen? Sind die nicht angeblich so verkrampft, unterkühlt und humorlos? Anscheinend nicht, nach Fools Garden und Vivid in den letzten Jahren und Liquido diesen Winter, steht jetzt mit Glow erneut eine (Brit)Pop Band am Start und mit "Mr. Brown" hat sie auch schon ihren ersten, noch kleinen, Hit. Der Vierer aus München präsentiert ein mit leichter Hand hingelegtes Debüt, das, im Gegensatz zu Liquido, nicht nur aus einem Hit besteht, sondern eine runde Sache ist. Leider wird's manchmal etwas zu banal und ein noch so oft wiederholtes La la la - ho, ho (I Wish I Could Stay) macht halt noch kein "Ob-La-Di Ob-La-Da". Aber sonst sind die Jungs ziemlich in Ordnung. Mitsing-Pop für den Sommer. (nick) * * *

The Go-Betweens
The Friends Of Rachel Worth
Gomez
Abandoned Shopping Trolley Hotline

GRANT LEE BUFFALO
Copperopolis ( ? 828 760-2)

Des Büffels Schmerz ist auch auf seinem dritten Longplayer nicht verraucht. Im Gegenteil, er brüllt intensiv um Herz und Jugend. Gitarren und Schlagzeug trampeln mit ihm über die Prärie und Harmonika und Geigen schluchzen mit ihm um die Wette. Oberbüffel Grant Lee Philips ist ein trefflicher Jammerlappen. Er und seine beiden Partner kommen zwar aus Los Angeles, doch ihre Lieder handeln vom weiten Land, von endlosen Landstraßen, von einer Sonne die alles austrocknet und vom Regen der vielleicht, irgendwann, aufhört zu fallen. Folk, Pop und Rock, sicher nicht Grunge, sind ihre Stilmittel, und mit seinen poetischen Texten erreicht Phillips mittlerweile den Level eines Bob Dylan. "Bethlehem Steel", "Comes To Blows", "All That I Have", Songs die in ihrer Intensität und Schönheit Meisterwerke sind, stehen aber weniger gelungenem Material gegenüber. So sind vor allem die rockigeren Nummern eher banal und belanglos. Copperopolis ist in vielen Momenten sensationell, aber leider nicht immer. Auch Büffel begeben sich manchmal auf ganz einfaches, menschliches Terrain.
(wukl) * * * *

Green Day
Warning

Guano Apes
Proud Like A God
* * *
Guano Apes sind die neuen Stars der Snowboarder. Zwar erinnert die Band oft an Skunk Anansie, und das nicht nur weil Frontfrau Sandra Nasic ähnlich wie Skin ins Mikro brüllen kann, doch das soll kein Fehler sein. Proud Like A God ist ein stolzes Album. Schon mutiert "Open Your Eyes" zum Hit, und daß "Lords Of The Boards" schon jetzt zur Hymne für eine bestimmte Menschengruppe stilisiert wird, ist naheliegend. Die deutsche Band vereint alles was unbeschwerte Youngsters lieben ­ laute Gitarren, Mitgröhl­ Refrains und Spaß. (wukl)

Hazeldine
How Bees Fly
* * * * *
Glitterhouse Records 718756 141624

"Fuck me like bad man", klar artikulierte Wünsche die Tonya Lamm da preisgibt. In sonderbarem Kontrast dazu steht die Musik, die in bester amerikanischer Tradition folkig, rockig daherkommt. Drei junge Damen und ein Herr sitzen irgendwo in New Mexico und lassen sich von der Einsamkeit nicht unterkriegen, ganz im Gegenteil. Inspiriert durch das karge Land fliegen ihnen die Ideen nur so zu, und mit "How Bees Fly" gelingt ihnen eines der besten Country-Rock Alben des Jahres. Was bei Walkabouts mit zuviel Streicher- und Keyboard-Schmalz zugedeckt und bei Alanis Morisette oft mit Pseudorock überspielt wird, liegt bei Hazeldine ganz offen: Liebeskummer, Einsamkeit, Seelenschmerz. Schwer drückt diese Last auf die zarten Seelen der vier Musiker. Doch Aufgeben ist ihre Sache nicht. Zwei Gitarren, ein Baß und ein Schlagzeug, in klassischer Besetzung und ohne unnötigen Firlefanz wird hier alles gesagt, was zu sagen ist: Das Leben mag uns oft mit allerlei Mühsal plagen, schön ist es aber doch.
How Bees Fly ist die Platte für staubige Landstraßen, fürs Lagerfeuer, für gebrochene Herzen, für alle einsamen Wölfe. (wukl)

Heinz
Pasadena

Heinz (Aus Wien)
elektroboot, bitte
* * * *
Universal (0251710052)

Nach dem vorjährigen Überraschungserfolg ihres Debütalbums und nachdem ihnen mit "Ich geh´ jetzt schlafen ohne dich" fast ein Hit gelungen wäre, hätten sie sich nicht mit der Mutter aller österreichischen Hitparaden angelegt, versuchen Heinz jetzt aufs neue die Charts und wenn´s geht auch die Kommerzfestung Ö3 zu stürmen. An ihrer Musik kann´s nicht liegen, denn die vier jungen Wiener machen unbeschwerte, deutschsprachige Popmusik mit Reimen, daß sich (manchmal) die Wände biegen. Die einfach instrumentierten Melodien können dabei auch kein Problem sein. Wer jetzt der Ansicht ist, Heinz ist nicht besonders anspruchsvoll, der hat recht. Aber das wollten die Burschen auch nie sein, brauchen sie auch nicht. Heinz sind witzig, spritzig, unbeschwert und machen Popmusik irgendwo zwischen Hamburger Schule (Tocotronic, Die Sterne) und (der alten) Neue Deutsche Welle. Und sie verdienten sich alle Ehren. Sogar die zweifelhafte auf Ö3 gespielt zu werden.
(wukl)

HELMET
Aftertaste

Still und heimlich verkauften Page Hamilton und seine drei Gefährten von ihrem letzten Album (Betty) ein paar Millionen Stück und stiegen so von hinten in die erste Liga des Rock auf. Dort werden sie auch bleiben. Aftertaste hat alles was der (Metal?) Fan sich wünscht. Songs zum Kopfschütteln, punkige Springnummern, herrlich kreischende Gitaren und, das Wichtigste, Energie. Schon der Opener "Pure" reißt einen vom Sessel und bis zum letzten Song hält dieser Druck an. Was aber nicht heißt das die Burschen nur Vollgas geben. Ganz im Gegenteil, zumeist bewegen sie sich im midtempo Bereich und hie und da nehmen sie sich auch Zeit für gemütlichere Songs (Like I Care). Alles in allem konnten Helmet den hohen Erwartungen die in sie gesetzt wurden entsprechen, und mit dem neunten Song des Albums, "Diet Aftertaste", haben sie sowieso den bisher besten Rocksong des Jahres abgeliefert.
* * * * * (nick)

Herbert Grönemeyer
Bleibt alles anders

Über Deutschlands zweiterfolgreichsten Sänger (nach M. M. Westernhagen) kann man sagen was man will. Man kann sagen er ist arrogant, seine Texte seien genauso geschwollen wie seine Stimmbänder, er könne nicht tanzen. Doch das alles tut und tat der Qualität seiner Platten keinen Abbruch. "Bleibt alles anders" ist Grönemeyer pur. Nicht mehr und nicht weniger. Und an wem soll man den Mann schon messen, wenn nicht an sich selbst. Und diese Prüfung besteht er wieder glänzend. Ob’s gefällt, ist nur noch Geschmackssache. (wukl) * * * *